Freitag, 27. März 2026

Für alle Colliens, Giseles und Karlas dieser Welt

 Starke Frauen – jetzt erst recht! 💜


Auf Instagram habe ich im März – dem Monat, an dem der Internationale Frauentag gefeiert wird – immer mal wieder starke Frauen aus meinen Geschichten vorgestellt. 

Aufgrund dessen, was derzeit passiert, widme ich meinen heutigen Beitrag allen Colliens, Giseles und Karlas dieser Welt.





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Mir fehlen momentan die Worte zu dem, was gerade passiert. Da steht eine zutiefst gedemütigte Frau auf und klagt den Mann an, dem sie vertraut und den sie geliebt hat. Weil er all ihr Vertrauen und ihre Liebe mit Füßen getreten und in Form von schmutzigen Videos in die Welt geschickt hat. Er nennt es Fetisch. Mit wird schlecht. Und in den Kommentarspalten wird es richtig schmutzig.


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Ihr fragt, warum erst jetzt?

All diejenigen (jede Dritte von uns), die selbst schon Opfer von Gewalt jeglicher Art wurden, fragen sich das vermutlich nicht. Denn sie wissen, wie schwer es ist, darüber zu reden. Die Scham zu überwinden. Die Hoffnung zu haben, dass ihnen geglaubt wird. Dass ihnen geholfen wird. Sie wissen, dass die Chancen auf Aufklärung und eine gerechte Verurteilung verschwindet gering sind.

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Ihr schreit „Unschuldsvermutung“?

Ich kann es nicht mehr hören. Täter (fast immer Männer) wiegen sich in Sicherheit, weil ihre Taten meist nicht nachgewiesen werden können. Es geschieht im Dunkeln, hinter verschlossenen Türen. Sie wissen, dass man ihnen nichts nachweisen kann. Es sei denn, sie haben die Taten gefilmt, verbreitet oder Deepfakes in Umlauf gebracht. Und selbst dann wird dieses den Täter schützende Unwort gebrüllt.

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Ihr sagt, sie will doch nur Aufmerksamkeit?

Wow! Niemand, der so etwas durchgemacht hat, will Aufmerksamkeit. Will solche widerlichen Verbrechen am eigenen Körper, solche intimen Details, in den unsozialen Medien und der Presse breitgetreten wissen.

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Warum sie trotzdem die Öffentlichkeit nutzt?

Weil sie Gesetze zum Schutz der Frauen und FLINTA-Personen in diesem Land einfordert. Dafür nutzt sie ihre Bekanntheit. Wenn zukünftig ihr Name fällt, dann denkt niemand zuerst an ihren Beruf, sondern an das, was ihr angetan wurde. Glaubt mir, das will niemand.

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Ihr könnt es nicht mehr hören?

Collien Fernandes hält stellvertretend für alle Betroffenen ihren Kopf hin, hält Beschimpfungen und Morddrohungen aus, damit sich endlich auch in diesem Land etwas ändert! Sie hat meinen tiefsten Respekt.

Wir MÜSSEN jeden Tag darüber sprechen, was Collien, Gisele, Karla und all den anderen Opfern passiert ist. Und wir müssen so lange weiter darüber reden, bis sich etwas ändert. Bis auch die Regierung endlich erkennt, dass Gewalt an Frauen ein häusliches Problem ist und dass die Täter Christian, Fritz und Matthias heißen.

Wir müssen zusammenhalten, zusammen kämpfen, zuhören, glauben.

Die Scham muss die Seite wechseln, verdammt nochmal!

~♡•☆•♡~


Donnerstag, 22. Januar 2026

Da bin ich wieder!

Wie ihr mitbekommen habt, liegt eine laaange Blogpause hinter mir. Der Grund: Von Spätherbst bis Spätwinter ist mein privates Ich ständig unter Strom. Deshalb habe ich so gut wie gar nicht geschrieben, weder an meinem Romanprojekt noch auf social media noch hier im Blog.

Ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gekommen, hattet ein schönes Weihnachtsfest, habt gelebt, gelacht, geliebt. 😊

Urlaub

Anfang Januar waren wir ein paar Tage im Urlaub. Mein Koffer war voll mit Büchern. Und zwischen endlos langen Strandspaziergängen an der verschneiten Ostsee, kleineren Ausflügen und Café- und Restaurantbesuchen habe ich vor allem gelesen. Herrlich, sag ich euch! 💜





Lesezeit

Zwei der Bücher haben mich voll erwischt. In beiden geht es um die Rolle der Frau, um narzisstische Verhaltensweisen, um Misogynie (= Frauenhass). Beide Romane spielen zu völlig unterschiedlichen Zeiten in komplett anderen Gegenden, aber sie verbindet eins: 

Der Kampf, als Frau ernstgenommen zu werden (oder auch der Kampf, als Frau zu überleben).


"Der gefrorene Fluss" von Ariel Lawhon


Maine, 1789: Als der Kennebec River zufriert und die Leiche eines toten Mannes im Eis sichtbar wird, soll Martha Ballard den Leichnam untersuchen und die Todesursache feststellen. Als Hebamme und Heilerin ist sie in vieles eingeweiht, was sich hinter verschlossenen Türen in der Kleinstadt Hallowell abspielt.

Ihr Tagebuch ist eine Aufzeichnung aller Geburten und Todesfälle, Verbrechen und Debakeln, die sich in der engen Gemeinschaft ereignen. Monate zuvor dokumentierte Martha die Einzelheiten einer angeblichen Vergewaltigung, die von zwei der angesehensten Herren der Stadt begangen wurde – einer von ihnen wurde nun tot im Eis aufgefunden.

So ist Martha sich sicher, dass sie es hier mit einem Mord zu tun hat. Doch ein örtlicher Arzt widerlegt ihre Schlussfolgerung und erklärt den Tod für einen Unfall.

Martha ist entschlossen, den schockierenden Mord auf eigene Faust zu untersuchen (Auszug aus dem Klappentext).

Ein historischer Krimi, der auf den Tagebucheinträgen der realen Person und Hebamme Martha Ballard basiert. Teils fiktional, teils real aufgearbeitet und unfassbar spannend. 

Ich konnte mich kaum von dem Buch lösen, war voller Bewunderung für diese mutige Frau. Martha wurde zwar zu fast jeder Geburt gerufen, aber gemocht wurde sie trotzdem nicht von allen. Doch sie hat sich nichts bieten lassen, hat immer für Gerechtigkeit gekämpft und "ihre Frauen" beschützt, so gut es ging. Und dabei - sehr ungewöhnlich für diese Zeit - hatte sie stets die volle Unterstützung ihres Mannes. 

Auch der Schreibstil der Autorin wurde dieser intensiven Geschichte gerecht, die Beschreibung des kalten Winters ließ mich beim Lesen manchmal selbst frösteln. 

Ein wirklich guter Roman und für alle geeignet, die historische Romane mit realen Hintergründen lieben. Von mir gibt es volle Punktzahl. 💜💜💜💜💜


"Die schönste Version" von Ruth-Maria Thomas

Eine radikal ehrliche Anklage an toxische Beziehungen und das System, das sie ermöglicht

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2024 und für den aspekte-Literaturpreis 2024

Klappentext:

Die späten Nullerjahre, frühen 2010er Jahre in einer ostdeutschen Kleinstadt: Die schönste Version erzählt die Geschichte von Jella und Yannick, von der ersten großen Liebe, die alles richtig machen will. Bis es kippt. Wieder zurück in ihrem Kinderzimmer fragt Jella sich, wie es so weit kommen konnte. Sie schaut noch einmal genauer hin: auf ihr Aufwachsen in der Lausitz. Kleinstadt und Kiesgruben, Gangsterrap und Glitzerlipgloss. Auf Freundinnen, die sie durch so vieles trugen. Und auf den Moment, in dem Yannicks Hände sich um ihren Hals schlossen.

Die schönste Version ist die Geschichte eines Erwachens, Erkennens, Anklagens, eine große Introspektion: Ruth-Maria Thomas schreibt über das Frauwerden, Frausein, von Körpern, Begierden und tiefen Abgründen. Mit stilistischer Brillanz, großer Leichtigkeit und Drastik erzählt Ruth-Maria Thomas in ihrem funkelnden Debütroman von den schönsten Dingen. Und den schrecklichsten.

Eine völlig andere Geschichte, die in den 2010er Jahren in einer ostdeutschen Kleinstadt spielt. Die Geschichte um Jella und Yannick ist wuchtig, direkt, hart. Manchmal tut es weh, weiterzulesen. Dieses Buch ist nicht für jeden etwas. Der Untertitel "Eine radikal ehrliche Anklage an toxische Beziehungen und das System, das sie ermöglicht" sagt sehr viel darüber aus, was dich beim Lesen erwartet.

Hier ist nichts romantisch geschildert, es gibt keine blumigen Umschreibungen, sondern die Realität und den Alltag aus Sicht der Ich-Erzählerin Jella. Manche Szenen sind so direkt, dass sie abstoßend wirken.

Und wer selbst schon eine toxische Beziehung hinter sich hat, könnte in einigen Passagen an eigene Erlebnisse erinnert werden, die man vielleicht lieber weggeschlossen lassen möchte.

Auch mir ging es so. Die Autorin hat sehr gut die ersten ganz kleinen Anzeichen geschildert, die man leider selbst nicht sehen kann, wenn man verliebt ist. Mir lief es teilweise eiskalt den Rücken herunter. 

Dennoch ist das Buch so, so wichtig! Es zeigt, warum es überhaupt erst so weit kommen kann, dass Frauen zu opfern werden und letztendlich mit ihrer Wut, ihrer Angst, ihrer Scham (ja, leider) alleine dastehen.

Von mir gibt es hierfür 💜💜💜💜.


Vorschau auf 2026


"Das könnte mir nicht passieren"

Während ich diese beiden Romane gelesen habe, wurde mir plötzlich klar, warum wir oft gar nicht sehen können, dass sich da etwas Böses anbahnt. Und genau darauf werde ich in einem der nächsten Blogbeiträge näher eingehen.

Ich kann mir vorstellen, dass das einigen hilft, solche Situationen besser zu verstehen. Sicher hast du schon öfter gehört (oder auch selbst gesagt): "Sowas kann mir nicht passieren. Ich würde den achtkantig vor die Tür setzen" usw. 

Wenn es so leicht wäre, gäbe es nicht so viele Fälle von häuslicher Gewalt oder sogar Femizide.


Mein Schreibplatz

Im letzten Blogbeitrag hatte ich mir ja eine Wunschliste erstellt. Einer davon war, mir einen neuen Schreibplatz einzurichten. 

Ich habe also zwischen Weihnachten und Neujahr wie geplant die Farbrolle geschnappt und mein etwas chaotisches Näh- und Gästezimmer aufgeräumt, gestrichen, Möbel gerückt, Feinjustierung betrieben und habe jetzt ENDLICH einen festen Schreibplatz. 

Bald zeige ich ihn euch.


Mein Schreibprojekt

Seit ich wieder mehr Zeit und einen neuen Schreibplatz habe, komme ich auch mit meinem Roman weiter. Neue Ideen entstehen nebenbei ebenfalls; ich versuche die Stimmen noch im Zaum zu halten. 😉 

Freut euch auf Neuigkeiten zu meinem Ost-West-Roman. 


Habt ihr Wünsche oder Fragen? Was wolltet ihr schon immer mal über mich und meine Geschichten wissen? Nutzt gern die Kommentarfunktion dafür.

Lavendelige Grüße

Eure Marlene


Freitag, 10. Oktober 2025

20 Wünsche bis Silvester

Die wunderbare Marion von Beherzt Schreiben hat gestern ihre To-Want-Liste für den Herbst auf ihrem Blog gepostet und dabei so ein paar Rädchen bei mir in Gang gesetzt.

Ganz richtig, keine To-Do-Liste, sondern eine To-Want-Liste. Liest sich erstmal komisch, aber hat sie nicht recht? Ständig notieren wir uns, was wir noch alles erledigen MÜSSEN, dabei gibt es doch so viele schöne Dinge, die wir tun WOLLEN sollten.

Also habe ich bei meiner heutigen Gassi-Morgenrunde darüber nachgedacht, was ich bis zum Jahresende noch gerne machen möchte. Und da sind mir ein paar schöne Dinge eingefallen. Immerhin ist der Herbst meine liebste Jahreszeit und gibt den Staffelstab direkt an die Vorweihnachtszeit ab.

Hier also meine To-Want-Liste bis zum Jahresende:


Rund ums Schreiben

1. Die Rohfassung meines Romans fertigstellen und meiner ersten Testleserin überreichen. Derzeit stecke ich in der Überarbeitung, schiebe noch ein paar Szenen hin und her, spüre Lücken, Löcher und Logikfehler auf. Und das Ende muss ich auch noch schreiben. Irgendetwas hindert mich daran - ich werde herausfinden, was das ist.

2. Rezensionen verfassen. Vor kurzem war ich ziemlich erkältet und konnte noch nicht mal schreiben. Dafür habe ich aber richtig viel gelesen und meinen SuB verkleinert. Zu einigen der Bücher werde ich demnächst noch Rezensionen verfassen, denn da sind unter anderem die Bücher von Jürgen Knischewski, Enya Kummer und meiner liebsten Buchstabenfreundin Annelie Gerhard enthalten, die ich auf gar keinen Fall unkommentiert lassen möchte. 

3. Regelmäßig bloggen. Manchmal lasse ich mich so von meinem Alltag mitreißen, dass ich eine meiner liebsten Beschäftigungen, nämlich das Schreiben, versehentlich vergesse. Dabei mag ich Blogs (also auch meinen) total gern. Ich möchte langfristig einen Blogbeitrag pro Woche schaffen, starte aber zunächst mit zwei Beiträgen pro Monat. 

4. Ideen für meine Blogartikel notieren. Als Autorin bekommt man ja regelmäßig wunderschöne Notizbücher geschenkt, die fast zu schade zum Benutzen sind, aber natürlich niemals ungenutzt bleiben sollten.

5. Ideen für neue Bücher sortieren. Ich habe sooo viele Ideen, aber noch keine Priorität. Also möchte ich einfach mal alle Ideen in "schön" niederschreiben und dabei vielleicht herausfinden, worauf ich als Nächstes am meisten Lust haben werde.

6. Mit Autorenkolleg:innen zusammen einen Online-Adventskalender erstellen. Dazu kann ich im Moment noch nicht so viel sagen - seid gespannt.

7. Auf Instagram ein bisschen mehr zu meinem aktuellen Schreibprojekt verraten = die Hauptfiguren vorstellen, ein bisschen ins Setting und die Historie reinschnuppern lassen.

8.Im November an der Aktion #SchweigenBrechen teilnehmen, vielleicht mit Lesungen. Am 25. November findet der Orange Day statt. An diesem Tag, aber auch im gesamten Monat November, wird besonders auf Gewalt an Frauen aufmerksam gemacht. Viele Infos dazu findet ihr auf der Seite vom Hilfetelefon.


Besondere Momente


9. Herbstmomente genießen. Das tue ich eigentlich sowieso täglich: 

bei meinen Gassirunden, 

beim Cappuccino oder Chai Latte am Nachmittag, 

beim Backen von Apfel-Streusel-Kuchen, 

beim Pilzesammeln, 

beim Kürbissuppe kochen, 

beim Lesen auf der Couch, eingemummelt unter der Wolldecke, während der Kamin prasselt.

10. Zeit mit meiner Familie verbringen. Ab September hat in unserer Familie eigentlich ständig jemand Geburtstag. Da alle weiter weg wohnen, freue ich mich, dass ich jetzt meine Liebsten häufiger sehen werde.

11. Weihnachtsplätzchen backen. Dieses Jahr definitiv früher als letztes Jahr und mehr davon - viel mehr.


12. Neue Rezepte ausprobieren. Seit ich mich vorwiegend pflanzenbasiert ernähre, wartet so eine Fülle an Rezepten auf mich, die ich unbedingt ausprobieren will, also wünsche ich mir gleich mal ein bisschen mehr Zeit in der Küche für mich.

13. Rechtzeitig Weihnachtsgeschenke besorgen und nachhaltig verpacken. 

14. Meinen SuB (Stapel ungelesener Bücher) weiter abbauen. Denn meine Weihnachtswünsche beschränken sich meistens auf Bücher, da brauche ich also Platz.

15. Meinen Schreibplatz optimieren bzw. mein Näh- und Schreibzimmer umräumen.

16. Zeit nur für mich finden. Das fällt mir zum Jahresende hin immer schwerer, weil einfach so viel auf mich einstürmt und so viele Termine anstehen, privat, beruflich und im Hobby.

17. Mich weniger von schlechten Nachrichten und negativen Kommentaren in den sozialen Medien triggern lassen.

18. Einen Pullover für mich nähen.

19. Ein Staudenbeet im Garten errichten.

20. Urlaub 2026 planen.



Donnerstag, 11. September 2025

Rezension zu "Die Passantin" von Nina George

Ein Roman, der nachhallt.

Nina George schreibt Romane, die berühren, ohne dabei kitschig zu sein. Sie erschafft Bilder, die bleiben und Figuren, die etwas zu sagen haben. Für mich ist sie eine Meisterin der Worte und ich freue mich auf jede Neuerscheinung. 

Mit Die Passantin hat sie mich aber so richtig erwischt. Vielleicht, weil es mein Thema ist. Vielleicht, weil es so ernsthaft ist. Manchmal unbequem und gleichzeitig hoffnungsvoll.

Während viele Romane (wie auch mein Buch Lügenjahre) häusliche Gewalt, toxische Beziehungen, patriarchale Handlungen im Jetzt zeigen, ist in Die Passantin die Protagonistin Jeanne Patou ganz plötzlich ein paar Schritte weiter:

Die gefeierte Schauspielerin hat durch einen schrecklichen Zufall die Möglichkeit, für tot gehalten zu werden. Aber ist sie wirklich frei, auch wenn sie die Freiheit auf dem Silbertablett angeboten bekommt? Sie könnte ihrem Mann entkommen, ihrem Peiniger, der sie zu seiner Marionette und zu seinem goldenen Zapfhahn gemacht hat.

Doch wenn sie tot ist, ist sie das nicht nur für sich, sondern vor allem für ihre beiden Töchter, für ihre Mutter, Freunde und für ihre Schauspielkarriere. Ein hoher Preis!

Ich glaube, nur Frauen, die jemals in einer solchen Beziehung gesteckt haben und nicht wussten, wie sie entkommen können, haben eine Ahnung, wie verlockend dieses Angebot sein kann. Auch meine Karla hat sich manchmal einfach "weg" gewünscht, wenn sie keine Kraft mehr hatte, um weiterzumachen. 

Jeanne Patou, die ihr früheres Leben und ihren wirklichen Namen für Bernard abgestreift hat, befindet sich also in Barcelona in einer Bar, während im Fernsehen ihr vermeintlicher Tod bekanntgegeben wird. Hin- und hergerissen zwischen diesem einmaligen Geschenk und den daraus resultierenden Verlusten wägt sie ab, fern von ihrem Pariser Zuhause. Sie weiß nur eins: Sie will nicht erkannt werden. Eine Begegnung führt sie zu einem Haus, in dem sie unsichtbar für die Außenwelt sein und nachdenken kann. 

In diesem Haus leben Frauen wie Jeanne: Frauen mit Narben im Gesicht und in der Seele, die ihr altes Leben abgestreift haben. Was sie erlebt haben, ist beim Lesen manchmal kaum zu ertragen.

Nina George hat die Geschichten der Frauen schonungslos, aber voller Liebe gezeichnet. Mit Worten, die wachrütteln, die wehtun, die trösten. Sie erzählt die Geschichte mit einer solchen Wucht, dass ich mich zwischendurch zu Lesepausen zwingen musste, um durchatmen zu können. 

Das Buch ist sicherlich nicht einfach zu lesen (literarisch definitiv, wie man das von der Autorin gewöhnt ist), aber es ist ein so wichtiges feministisches Buch. Es ist eindringlich, zeigt das Patriarchat aus vielen verschiedenen Blickrichtungen, zeigt die Verletzlichkeit und Stärke der Frauen. 

Der Spannungsbogen ist über den gesamten Roman hinweg äußerst hoch. Jedes Wort ist mit Bedacht gewählt, jeder Satz eine Melodie. Das ist Literatur vom Feinsten. 

Danke für dieses Buch, Nina! 

Mittwoch, 20. August 2025

Rezension zu "Rückkehr nach St. Malo" von Hélène Gestern

Dieses Buch hat mich mal wieder so richtig gepackt, vor allem sprachlich. Hier meine ausführliche Rezension:

Eine epische Familiengeschichte der Bretagne

„Die Rückkehr nach St. Malo“ hat mich vom ersten Kapitel an gefesselt. Hélène Gestern hat die Bretagne und die Gezeiten so sprachgewaltig beschrieben, dass ich gar nicht wieder auftauchen wollte aus diesem Roman.

Das Buch erzählt von Yann, dem Urenkel von einem der größten Reeder der Bretagne. Er erbt dessen Haus in Saint Malo, nachdem sein Vater, mit dem er zeitlebens im Zwist lag, verstorben ist. Eigentlich möchte er mit all dem nicht mehr viel zu tun haben und überlegt, das alte Arbeitszimmer seines Urgroßvaters Oktave de Kérambrun einfach leerzuräumen.

Doch dann entdeckt er dessen Geschäftstagebücher und taucht immer mehr in die Firmen- und Familiengeschichte der Kérambruns ein, bis er einem Geheimnis auf die Spur kommt, das wohl niemals aufgedeckt werden sollte. Immer wieder führen ihn Spuren auf die Insel Cézembre, die er vom Haus aus sehen kann.

Yann lernt während seiner Auszeit in St. Malo die geheimnisvolle Schriftstellerin Rebecca kennen, die von den meisten hier als Schneekönigin bezeichnet wird, weil sie so unnahbar ist. Doch ihre bisherigen Recherchen über die Reederfamilien der Bretagne helfen ihm bei der Entschlüsselung seiner Familiengeschichte.

Diesen Roman habe ich so gern gelesen. Natürlich schon allein deshalb, weil er in Frankreich und in der Bretagne spielt, aber niemals hätte ich mit einer solchen Sprachgewalt gerechnet. Die Autorin schafft mit jedem Satz Atmosphäre, beschreibt die Figuren sehr feinfühlig und lässt noch dazu eintauchen in geschichtliche Ereignisse. Was alles auf der kleinen Insel Cézembre während der Kriege geschehen ist, habe ich anschließend noch einmal nachlesen müssen.

Das Cover mit dem Atlantik und dem Blick auf die Insel ist zurückhaltend und lässt genug Raum für die große Geschichte darin.

„Das Meer wurde zum Archäologen und Entdecker, befreite den Strand vom Schmutz der Menschen und verwischte ihre Spuren – Turnschuhe, Kinderfüße, Hundepfoten -, um neue, bedeutendere zu zeichnen: seidig glatte Flächen, Täler aus feinem Kies, ein geheimnisvolles Netz aus Bächen, Wellen und Falten, dem das Auge bis zur Erschöpfung folgt.“

Wer riecht bei solch einer Beschreibung nicht die Meeresluft, hört nicht die Wellen rauschen?

Von mir definitiv volle Punktzahl.

Ich danke Vorablesen und dem Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar und der Autorin für diesen wunderbaren Schatz in meinem Bücherregal.


Donnerstag, 24. Juli 2025

Rezension zu "Der Äthiopier" von Dorrit Bartel

Ein Leben, das kaum in einen Roman passt

Eher zufällig bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden, nämlich als ich mit meinem eigenen Büchertisch neben dem von Dorrit Bartel stand. Das war Ende April bei der Parchimer Buchmesse. Interessiert verfolgte ich die Gespräche am Stand über das Buch „Der Äthiopier“ und über Dorrits Erfahrungen in Afrika. Ich las den Klappentext und wusste, dass ich den Roman lesen musste.

In den letzten Tagen kam ich dann endlich dazu und jetzt lässt er mich sprachlos und nachdenklich zurück.

Adane ist ein äthiopisches Savannenkind, von seinem Vater als Schwächling bezeichnet und auf eine Missionsschule abgeschoben. Dort verliert er seinen eigentlichen Namen, muss Strafen über sich ergehen lassen, sich völlig neuen Regeln unterordnen. Er vermisst seine Mutter und seine Geschwister, doch es gibt kein Zurück.

Von da an ist und bleibt das Lernen Teil seines Lebens. Sein größter Wunsch ist es, Medizin zu studieren, um später Menschen helfen zu können. Doch geleitet und umgeleitet wird er immer und immer wieder durch die Politik seines Landes. Er kommt zum Studieren in die DDR und kehrt als Politiker zurück nach Äthiopien, wo das Ende des Sozialismus für ihn das Gefängnis und womöglich die Todesstrafe bedeutet. Doch er hat Glück und landet wieder im Osten Deutschlands. Dort ist sein Leben bestimmt von Lernen, harter Arbeit, Rassismus, aber auch von Liebe. Doch als er später in seine Heimat zurückkehrt, findet er dort seine Bestimmung.

Adanes Leben nachzulesen, ihn als Leserin zu begleiten, hat mich teilweise sprachlos gemacht. Wie dieser Mensch sich durchs Leben gekämpft hat und immer wieder neue Herausforderungen gemeistert hat, ist bewundernswert.

Über das Leben in Äthiopien oder in einem anderen afrikanischen Land weiß ich so gut wie nichts. Es ist eine völlig andere Welt. Die zum Teil erschütternde Geschichte von Adane hat mir sehr viel davon gezeigt. Trotz all der Umbrüche und Krisen hat er sich nie unterkriegen lassen. Er hat stets gearbeitet und gelernt, um voran zu kommen, und hat sich aufopfernd um andere gekümmert.

Ich bin froh, dass ich Dorrit Bartel kennengelernt habe und auf das Buch aufmerksam geworden bin. Der schnörkellose, eher berichtende Schreibstil hat mich von Seite zu Seite getragen und gefesselt. Ein perfekter Rahmen für diese Lebensgeschichte, die auf einer wahren Begegnung beruht.

Mein Fazit: Solche Geschichten müssen gelesen werden! 5 von 5 Sternen!



Donnerstag, 26. Juni 2025

Rezension zu Lavendel-Wut von Carine Bernard

Ein geklautes Gipfelschild, eine mysteriöse Leiche und dazwischen Lavendel

Inzwischen habe ich das Gefühl, dass ich mit jedem neuen Roman aus der Reihe einfach an meinen liebsten Urlaubsort zurückkehre, und das, obwohl ich Carpentras noch nie persönlich besucht habe. Aber Carine Bernard schafft es, genau das zu vermitteln: 

Dieses leichte und warme Gefühl, das sich in dir breit macht, wenn du nach einem Jahr wieder deine Koffer in deinem Hotelzimmer oder deiner Ferienwohnung auspackst. 

Dann erstmal über den bunten Markt schlendern, eine Kleinigkeit essen, vielleicht sogar Bekannte treffen und den Abend bei einem Glas Wein aus der Region ausklingen lassen.

Auch Lilou Braque, die Kommissarin, finde ich sehr authentisch dargestellt. Sie durfte sich von Roman zu Roman weiterentwickeln. Dies gilt auch für ihre Beziehung zu Simon, ihrem Verlobten. In Lavendel-Wut sind die zwei so sehr mit ihrer Arbeit und ihren eigenen Planungen beschäftigt, dass sich Missverständnisse, Ärger und Wut anhäufen. Als Leserin hätte ich am liebsten die Rolle der Vermittlerin übernommen. Dieser zwischenmenschliche Part macht die Krimireihe rund und nahbar.

Hauptbestandteil ist natürlich die Aufklärung eines Kriminalfalls: Zunächst scheint der tote Radrennfahrer, den Lilou zufällig bei der Suche nach dem gestohlenen Gipfelschild des Mont Ventoux entdeckt, nur Opfer eines Verkehrsunfalls zu sein. Einer der Verrückten, die diese halsbrecherischen Radtouren rund um den Mont Ventoux absolvieren. Doch der Tote lebt erst seit zwei Jahren in der Provence und niemand weiß, wo er her kommt.

Eigentlich läge der Fall im Zuständigkeitsbereich der Gendarmerie, aber Staatsanwalt Beringer ordnet eine Zusammenarbeit mit der Police Nationale an, der Lilou angehört. Auf beiden Seiten ist niemand glücklich darüber. Als Spuren des Toten nach England führen, bekommt Lilou Unterstützung durch ihren britischen Kollegen, der von der Provence so begeistert ist, dass sie ihm so viel wie möglich davon zeigen will.

Die Aufklärung des Falls gestaltet sich kompliziert und nicht ohne Gefahren. Dennoch wird die Spannung (zum Glück) nicht so hoch gehalten, dass man danach nicht einschlafen kann. Auch die Länge des Bandes – wie auch schon der vorherigen – finde ich genau richtig.

Ich mag besonders die Mischung aus den spannenden Fällen, die Lilou Braque mit ihrem Team aufzuklären hat, und das bildhaft erzählte Drumherum. Für mich genau die richtige Menge an Landschaftsbeschreibungen und leckeren Gerichten der Provence.

Schon jetzt freue ich mich auf meinen nächsten Lese-Aufenthalt in Carpentras und den dazugehörigen Hauch von Lavendel.

Vielen Dank an Carine Bernard und den Verlag Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar! 

Mittwoch, 21. Mai 2025

Schreibroutine finden

Jetzt schreibe ich schon so lange, aber eine richtige Schreibroutine hatte ich noch nie. Zumindest bis vor ein paar Wochen. Ich hatte weder einen festen Ort noch feste Schreibzeiten und dachte, das brauche ich nicht. Und das, obwohl ich sonst ein sehr strukturierter Mensch bin.

Doch irgendwie fehlte mir die Motivation, dranzubleiben. Mehrfach fragte ich mich, wieso es mir so schwerfiel, mich hinzusetzen und zu schreiben.

Während einer meiner morgendlichen Gassirunden (immer zur gleichen Zeit, egal welches Wetter, egal welche Jahreszeit) machte es plötzlich Ping! Über das Gassigehen machte ich mir nämlich nie Gedanken. Ich tat es routiniert, ohne groß drüber nachzudenken. Anziehen, Hunde anleinen, Kackibeutel einpacken, losziehen. 

Das war DIE Idee! Ich musste mich also einfach an den Schreibtisch setzen, den Laptop aufklappen und drauflos schreiben. Sonst nix!

Teil dieser Erkenntnis war für mich übrigens auch, einen festen Schreibplatz einzurichten, sodass ich nicht noch unschlüssig mit dem Laptop hin- und herschleichen muss. Den Ort fand ich im Näh- und Gästezimmer. Stets liegt ein Notizblock bereit, auf den ich Punkte notiere, die während des Schreibens auftauchen, aber später gelöst werden können. Dann muss ich den Schreibfluss nicht unnötig unterbrechen, um etwas im Internet zu recherchieren. Das sind zum Beispiel Namen für eine Nebenfigur oder Infos zu einem historischen Schauplatz. 

Seither sieht mein Start in den Tag so aus: Aufstehen, duschen, ein großes Glas Wasser trinken, Hunde schnappen, rausgehen. Unterwegs stimme ich mich schon auf meine Geschichte ein. Wenn ich wieder zuhause bin, setze ich mich sofort an den Laptop (Handy ist gaaaanz weit weg), öffne die Datei und schreibe los. Durch das vorherige Visualisieren, während ich die Morgenluft inhaliere und über die taufrischen Wiesen laufe, bin ich schon fokussiert. 

Vorgenommen habe ich mir: eine halbe Stunde täglich und rund 500 Wörter.

Was ich schaffe: 30 bis 45 Minuten und 600 bis 800 Wörter. 

Ganz ohne Stress. Ohne Grübeln. Eher fällt es mir schwer, aufzuhören, aber der Brotjob ruft.

Die täglichen Schreibsequenzen helfen mir den ganzen Tag über dabei, ganz nah an der Geschichte zu bleiben. Nie waren mir meine Figuren näher als jetzt, haben sie mir mehr über sich verraten als sonst. 

Ohne Termindruck (den ich mir vorher selbst gemacht habe) sehe ich jetzt das Ziel vor Augen und das Wörtchen "Ende" rückt sichtbar näher.

Wie ist das bei dir? Hast du Schreibroutinen? Wenn ja, welche? 



Dienstag, 13. Mai 2025

Mauerkatzen: Schreibfortschritt oder Sendepause?

Auf Instagram habe ich ja schon häufiger über mein aktuelles Romanprojekt geschrieben. Und auch über meine Schreibfortschritte. Dass ich inzwischen rund vier Monate hinter meinem eigentlichen Plan liege, habe ich jedoch noch niemandem erzählt. 

Es ist nicht so, dass ich gar nicht geschrieben hätte in der Zwischenzeit. Nein, es gab zwei sehr erfolgreiche Anthologie-Neuerscheinungen, in denen Geschichten aus meiner Feder veröffentlicht wurden. 

Außerdem habe ich viel recherchiert, mich durch Schreibratgeber inspirieren lassen, habe Buchmessen besucht und mich mit Büchermenschen ausgetauscht. Ich habe viel gelesen. Denn auch das gehört für mich zum Schreiben dazu. Einen Abend ohne Buch gibt es bei mir nicht. Und intuitiv lerne ich dabei: Welchen Schreibstil ich mag oder nicht, welche Formulierungen und Vergleiche ich besonders schön finde, welche Dialoge öde oder unecht auf mich wirken. 

Ich hab inzwischen so eine kleine Lektorin in meinem Kopf sitzen, die aufstöhnt, wenn ich sie mit Vampirverben füttere oder auf unlogische Handlungen stoße. Manchmal nervt sie, weil sie mich nie in Ruhe lesen lässt, aber meist bin ich ihr dankbar.

Zurück zu meinem Projekt: Wer mir auf Instagram folgt, weiß, dass es um eine innerdeutsche Grenzgeschichte geht und um die Freundschaft zweier Mädchen. Diese beiden werden für immer getrennt, als die Besetzer einen Stacheldrahtzaun mitten durch ihr kleines Dorf ziehen. 

Als ich zu plotten begonnen hatte, habe ich ganz akribisch jede Szene vorher stichpunktartig festgelegt. Das hat zunächst auch gut funktioniert. Doch etwa ab der Hälfte stockte es. Ich kam einfach nicht weiter, weil meine Figuren ganz woanders hinwollten. Weil andere Figuren plötzlich wichtiger wurden. Weil die Lebensentwürfe einiger Personen sich geändert hatten. Und das wollte ich mit meinem starren Plan nicht zulassen. Also war Sendepause. 

Dann las ich ein Interview mit einer Autorin, die beschrieben hat, wie sie plottet: 

- sie kennt den Anfang und das Ende der Geschichte

- sie kennt die Hauptfiguren

- sie legt Eckpunkte im Laufe der Story fest

- und dann schreibt sie drauflos.

Irgendwo in meinem Kopf griffen zwei Zahnrädchen ineinander, und dann ratterte auch mein Motor wieder los, denn Anfang und Ende kannte ich ja, wichtige Eckpunkte ebenfalls.

Jetzt musste ich nur noch eines ändern: meine Schreibroutine. Und die verrate ich euch beim nächsten Mal.

Eure Marlene



Montag, 12. Mai 2025

Neuerscheinung: In vollen Zügen - eine Anthologie von Wortgewandt

 

So eine schöne Anthologie, die hier zusammen mit der Buchschmiede und dem Treffpunkt Schreiben entstanden ist. Dass meine Kurzgeschichte „Paradiesvögel“ Teil davon sein darf, macht mich unheimlich stolz und glücklich. 

„In vollen Zügen“ lautet der Titel. In 15 Texten wurde das Thema wunderbar vielfältig umgesetzt. Ich wurde mitgenommen auf Zugreisen der ganz besonderen Art und habe mein Herz an Figuren verloren, die ganz und gar nicht fiktiv wirkten, sondern echt und menschlich. Wenn ich solche Storys lese, bin ich mir hundertprozentig sicher, dass die KI es niemals schaffen wird, solche Tiefe, Wahrheit und Einzigartigkeit zu erschaffen.

Kauft, lest, verschenkt diese wunderschöne Anthologie. Der Reinerlös aus dem Buchverkauf geht an die Straßenzeitung Der Augustin. Deren Verkauf hilft Menschen, die vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind (Obdachlose, Langzeitarbeitslose, Asylbewerber:innen, Armutsbetroffene usw.). 

Meine Highlights: 

„Bunter, freier, leichter“ von Jochen Mariss. Eine Wette, ein Apfel und ein Finale, das mich sehr hat schmunzeln lassen. Schöner Titel und fein zu lesen.

„Der Tag, an dem das Meer beschließt, nicht mehr zu rauschen“ von Sabrina Lior mit einem Thema, das wir solange ausblenden, bis es uns oder unsere Lieben erwischt. Die Autorin hat es in eine unglaublich liebevolle Geschichte verpackt, die mich sehr berührt hat.

„Die lange Nacht der Krokodile“ von Andreas Rodenheber hat mich ebenfalls sehr angerührt. Es geht um Verlust und die Erinnerungen, die bleiben dürfen.

Bei der erstplatzierten Geschichte „Elsi und Leonor“ von Claudia Vonmoos hat mich direkt der erste Satz geflasht.

In weiteren Geschichten geht es um die unheimliche Kraft von bespielten Alphörnern, um den Kampf von Licht und Dunkelheit, um unpünktliche Zugverbindungen, bei denen es beinahe um Leben und Tod geht.

Meine eigene Geschichte „Paradiesvögel“ möchte ich nicht bewerten. Nur so viel: die Idee hat mich beinahe überfahren, als ich für mein aktuelles Projekt recherchiert habe. Von der ersten Zeile an habe ich die Story nicht nur geschrieben, sondern gelebt, ja beinahe geatmet. Vielleicht, weil es eine tiefe historische Verbindung gibt, jedoch keine biografische.

Danke an Treffpunkt Schreiben, die Buchschmiede und das Jury-Team für die professionelle und herzliche Begleitung während der Entstehung. Das Ergebnis spricht für sich.

ISBN: 9783991811749
EUR 12,90

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Freitag, 9. Mai 2025

Schokolade und Lavendel (Ein kurzer Lavendelkrimi)

Kommissar Breitner saß in Tessas Küche und schaute ihr zu, wie sie die dickbraune Flüssigkeit in einen Becher füllte. Mit ihrer Kittelschürze erinnerte sie ihn an seine Mutter. Kakaoduft schwebte in Wolken durch die Küche und stimmte Breitner milde.
   Dieser Fall machte ihn langsam kaputt. Vier Menschen waren verschwunden, allesamt Männer in seinem Alter, also Mitte fünfzig. Sie alle waren verheiratet, hatten einen Job und kamen aus dem gleichen Stadtteil. Das war aber auch schon alles an Gemeinsamkeiten. So ein Mist. Die Presse saß ihm im Nacken, genau wie der Polizeipräsident. Also blieb ihm und seinen Kollegen nichts weiter übrig, als die Nachbarschaft abzuklappern.
   Frau Meckel war eine der wenigen Personen, die ihn freundlich hereinbaten. Hier gab es sogar selbstgebackene Kekse und einen Kakao, dessen Duft Breitner in seine Kindheit zurück katapultierte.
„Frau Meckel, der Kakao ist wunderbar. Aber wonach duftet er noch? Was ist ihr Geheimnis?“
Tessa lachte perlend. „Mein Geheimnis? Nun, vielleicht ist es der Lavendel. Eine seltene Sorte, die ich von einem Bauern aus der Provence geschenkt bekommen habe. Vor zwei Jahren.“
   Vor zwei Jahren. Da war der erste Mann verschwunden. Sowas passierte ständig in letzter Zeit: Irgendjemand sagte etwas und sofort bevölkerten Ermittlungsgedanken Breitners Kopf und hielten ihn von der Arbeit ab. Einfach lästig.
   „Lavendel?“ Er hielt seine Nase dichter in die Tasse. „Echt?“
   „Und ich verwende Schokolade, keinen Kakao. Gute Schokolade.“
   „Egal was es ist, es ist köstlich.“ Breitner nahm einen weiteren Schluck und spürte nach, wie die wohlig warme Flüssigkeit langsam in ihm hinabrann.
   „Wenn Sie noch einen Moment Zeit haben, zeige ich Ihnen gern meinen Lavendel.“ Tessa wies zur Küchentür, von wo aus es direkt in den herrlichen Garten ging.
   „Liebend gerne.“ Der Kommissar erhob sich schwerfällig. Am liebsten wäre er einfach bis zum Feierabend in dieser Küche sitzengeblieben.
   Ganz am Ende des Gartens stand ein halbrundes Gewächshaus, rundherum eingefasst von üppigen Lavendelpflanzen, deren kräftiger Lilaton und betörender Duft ihn schwindlig werden ließ.
   „Und in dem Gewächshaus ist auch Lavendel?“
   Eifrig nickte Tessa, erfreut, dass er es ansprach. „Genau. Da ziehe ich die Pflanzen vor. In besonders guter Erde. Kommen Sie, ich zeige sie Ihnen.“
   Bereitwillig folgte ihr der Kommissar. Er würde seiner Frau von diesem prachtvollen Lavendelgarten erzählen müssen!
   Vorfreude leuchtete noch auf seinen Wangen, während sein Blick auf die dreizinkige Harke fiel, die auf seinen Schädel herabsauste.

Warten (Kurzgeschichte vom Nordhessischen Autorenpreis 2019/20)

»Auch wieder hier?« Ich setze mich ihm gegenüber an den kleinen Tisch, auf dem ein zerfleddertes Rätselheft liegt.
   Er schaut kurz hoch, seine blauen Augen wirken abwesend. Eigentlich wie immer, und doch ist heute irgendwas anders. Er ist gar nicht richtig da, sein Nicken nur angedeutet. Er weiß nicht, dass ich gestern auch schon hier war. Und vorgestern.
   Wie sich die Haut im Alter doch verändert, denke ich, während ich ihn betrachte. Hier begegnen mir häufig alte Menschen, und sie alle haben die gleiche wächserne Haut. Die Runzeln, die noch wenige Jahre zuvor von einem bewegten Leben zeugten, werden konturlos und verlieren an Spannung. Wie ein Filter, eine Art Weichzeichner, der das Leben langsam ausradiert.
   Wenn das hektische Geklapper der Geschirrwagen nach dem Mittagessen wieder verstummt, aber noch keine Besucher auf der Station sind, komme ich hierher. Vom Fenster am Ende des Flures kann ich auf den hellgrünen Gebäudekomplex gegenüber schauen, in dem mein Büro ist. Ihm ist es wahrscheinlich egal, ob ich hier bin oder nicht. Er nimmt kaum Notiz von mir, wartet auf seine Frau. Jeden Tag um die gleiche Zeit.
   Er versucht, in seinem Rollstuhl Haltung anzunehmen, wenn sie kommt. Doch sein Körper erinnert sich nicht mehr, bleibt schlaff und krumm.
   »Wie alt sind Sie eigentlich?«, frage ich neugierig. Ich sieze ihn, er kennt mich ja nicht.
   Sein Blick wandert von der Stationstür zu mir. »Dreiundzwanzig.« Er schaut mich ernst an.
   »Dann bin ich ja ein ganzes Jahr älter als Sie«, gebe ich erstaunt zurück.
   »Dafür haben Sie sich aber gut gehalten«, meint er trocken und nickt anerkennend. Tausend kleine Fältchen umrahmen plötzlich seine Augen wie Sonnenstrahlen und er prustet los. 
   Ich stimme mit ein. Eine Träne, die aus dem Augenwinkel über seine gerötete Wange kriecht, wischt er unbeholfen weg. In diesem Moment leuchten seine Augen wie schon lange nicht mehr.
   Sein Blick wandert wieder zur Tür.
   »Ihre Frau kommt sicher gleich«, sage ich, um das Gespräch aufrecht zu erhalten.
   »Meine Frau? Nein, nein, ich warte auf den Zug. Meine Frau ist schon vorgefahren.«
   Er macht schon wieder Witze, denke ich und schaue ihn an. Aber nein, diesmal meint er es ernst. Er blickt auf den weißen Streifen an seinem Handgelenk, wo früher die Uhr war.
   »Wo wollen Sie denn hinfahren?«, frage ich ihn.
   »Nach Kassel. Und dann weiter nach Hamburg. Meine Frau wartet in Kassel auf mich. Wir haben gestern geheiratet«, erzählt er glücklich.
   »Das ist ja toll, herzlichen Glückwunsch!« Seltsam, so mit ihm zu plaudern. Aber er freut sich und lächelt mich an. »Danke. Sie ist die schönste Braut in ganz Hessen.«
   »Das glaube ich«, erwidere ich. Ich freue mich, dass er heute so viel mit mir redet. Das macht er selten.
   »Möchten Sie auch einen Kaffe?« Ich deute auf den Automaten an der Wand.
   »Das heißt Kaffee. Meine Frau vergisst das auch immer.«
   »Okay.« Ich muss grinsen. »Und? Möchten Sie?«
   »Was?« Jetzt ist sein Blick plötzlich wieder leer, das Funkeln verschwunden.
   »Einen Kaffee?«, wiederhole ich.
   »Nein, mein Zug kommt gleich«, murmelt er gedankenverloren.
   Die Tür schwingt auf und eine Frau kommt lächelnd auf uns zu.
   »Hallo Oma«, sage ich, drücke meine Großmutter kurz und lege meinem Großvater zum Abschied die Hand auf die Schulter. »Ich muss wieder rüber.«
   »Mach´s gut, Junge.« Erstaunt blicke ich ihn an. Mein Großvater zwinkert mir zu und hebt die Hand zum Gruß.
   Ein letztes Mal.

Mittwoch, 20. April 2022

Mittwochsgedanken: Ist Haben wichtiger als Sein?

 

Diese Frage kam in einer Dokumentation zum diesjährigen EARTHDAY am 22. April 2022 auf. Leider muss diese Frage wohl für die meisten von uns mit Ja beantwortet werden. Aber warum müssen wir so viel HABEN? Warum sind wir nie zufrieden mit dem, was schon da ist? Warum können wir nicht einfach glücklich sein, dass wir SIND?

In der Arte-Dokumentation „Vielfalt statt Artensterben“ ging es darum, dem Artensterben auf der ganzen Welt entgegenzutreten. Es kamen Menschen rund um den Globus zu Wort, die Wege zurück zur Vielfalt gefunden haben oder zumindest ebnen. Es geht also doch.

Schon seit meiner frühen Jugend ist mir eine intakte und gesunde Umwelt wichtig. Nicht nur im großen, globalen Feld, sondern vor allem vor meiner eigenen Haustür. Denn da sollte Naturschutz und die Liebe zur Natur für jeden von uns anfangen.

Es sind banale Dinge, die nicht wehtun: Müll richtig trennen, Müll vermeiden, unterwegs auch mal den Müll von anderen aufheben, Menschen freundlich darauf aufmerksam machen, ihren Müll nicht einfach in die Natur zu werfen; lokale Händler unterstützen, Obst und Gemüse aus der Region beziehen, weniger, aber dafür hochwertiges Fleisch essen, vielleicht sogar ganz auf Fleisch verzichten, weniger Fertigprodukte konsumieren; zu Fuß gehen, langsamer fahren; Bienenweiden schaffen, Insektenhotels aufhängen, Vorgärten nicht zupflastern, einen Apfelbaum pflanzen; Dinge länger nutzen oder weitergeben statt wegwerfen, weniger neu kaufen, sich alte Handwerkstechniken aneignen, Dinge selber herstellen und vieles mehr.

Das alles befriedigt unseren Geist und es hat mit Respekt zu tun. Respekt vor unserer Erde, auf der wir nur Gast sind. Sie gehört uns Menschen nicht, aber wir beuten sie aus, um einfach noch mehr besitzen zu können. Wir verschwenden so viele Ressourcen, dass wir dafür heute schon fast zwei Erden bräuchten. Wir rauben uns selber aus!

Aber sind wir glücklicher, wenn wir mehr besitzen? Ich denke, alle Menschen, die jemals einen Krieg erlebt oder eine schlimme Krankheit durchgemacht haben, die Opfer von Gewalt wurden oder durch eine andere Katastrophe alles verloren haben, würden die Eingangsfrage anders beantworten als diejenigen, die ihr Bonbonpapier einfach achtlos an den Wegesrand schmeißen.

Die Menschen, die in der gestrigen Arte-Doku zu Wort gekommen sind, haben mich sehr beeindruckt. Und ihre Arbeit hat mir gezeigt, was ich schon lange weiß: Dass jeder von uns selbst etwas tun kann, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen und die Natur – Mutter Natur – zu schützen.

Mittwoch, 13. April 2022

Mittwochsgedanken: Einfach helfen

Gerade habe ich einen Artikel gelesen über eine Frau, die hundert Geflüchtete aus der Ukraine über Ostern zu einem Essen in ihrem Restaurant einlädt. Wenn ich so etwas lese, geht mir das Herz auf. Ganz einfach, weil ich mich freue, zu welcher Hilfsbereitschaft viele von uns fähig sind.
Dabei ist es völlig egal, wer wem wieviel gibt. Allein die Tatsache, dass man an andere denkt und nicht an sich selbst, ist bewundernswert.

Doch dann habe ich den Fehler gemacht und einen Blick auf die Kommentare unter dem Artikel gelesen. Mache ich eigentlich sonst nicht. Weil sie mich entsetzen. Und weil ich mich schäme. Diese Frau wird mit Worten angegangen, die mir im Traum nicht einfallen würden. Sie wird beschimpft, weil sie diesen Menschen hilft. Gleichzeitig wird ihr vorgeworfen, dass sie dadurch anderen Menschen nicht hilft. Nicht den Geflüchteten aus Syrien, nicht den Rentnern und Obdachlosen in unserem Land, nicht ihren Nachbarn, nicht den Straßenhunden, nicht den Kindern von Obdachlosen, nicht dem Umweltschutz und so weiter.
Und ich frage mich, woher die ganzen Kommentierenden das wissen wollen?
Ganz ehrlich, ein Mensch, der jetzt zu solch einer Hilfe fähig ist, der hilft bestimmt auch der alten Dame nebenan, der hat sicher schon für die Flutopfer des letzten Jahres gespendet, und vielleicht hat er auch 2015 schon den Geflüchteten geholfen, als einige andere ihnen Hassparolen entgegengeschmettert haben.
Menschen, die helfen wollen, tun dies aus Empathie, aus Mitgefühl, aus Menschenliebe. Sie tun dies nicht, um Aufmerksamkeit zu bekommen, um in die Presse zu kommen, wie auch von einigen Kommentierenden behauptet wurde. Für einen Artikel in der Lokalpresse macht man so etwas nicht.
 
Gerade jetzt, in dieser mehr als unruhigen Zeit, ist es doch ein gutes Gefühl, auf Menschen zu treffen, die für andere da sein wollen. Die helfen wollen. Egal, ob mit Essen für hundert Geflüchtete oder mit einem gebackenen Kuchen oder vielleicht sogar nur mit einem Lächeln.

Gerade jetzt treffe ich selbst auf so viele Menschen, die gemeinschaftlich helfen wollen, die dabei sich selbst komplett in den Hintergrund stellen und für andere da sind. Hier in unserer Gemeinde wird die Anzahl der Helfenden täglich größer, es werden Ideen gesammelt, man unterstützt sich gegenseitig. Viele arbeiten Stunde um Stunde ehrenamtlich, zusätzlich zum eigenen Job, zusätzlich zu Familie, Haushalt und den eigenen Sorgen. Und auch wenn der Hintergrund, dieser furchtbare und unnötige Krieg, über all dem hängt wie eine Gewitterwolke, gibt es ganz viele kleine positive Momente. Sei es das Dankeschön einer ukrainischen Frau, die gerade ein paar Schuhe geschenkt bekommen hat oder die strahlenden Augen eines Kindes, das ein buntes Osterei aus einer Kiste nehmen durfte.
 
An alle, die gern solche verletzenden Kommentare in die Welt setzen: Kennt ihr das überhaupt, ganz ohne Hintergedanken einfach nur für jemanden da zu sein? Und zwar ganz egal, woher er kommt, welche Sprache er spricht, wie alt oder jung er ist, welche Hautfarbe er hat? Macht das mal. Es tut gut. Es muss nicht gleich das große Essen für viele Menschen sein. Fangt mit einem Lächeln an oder mit einem freundlichen Wort. Und wenn ihr das mal gemacht habt, wollt ihr es wieder tun. Und irgendwann habt ihr gar keine Lust mehr darauf, unüberlegte Kommentare zu verfassen. Das würde ich mir jedenfalls wünschen.
 
Frieden ist nicht das ganz Große, das nur die großen Mächte erreichen können, wenn sie ihre Waffen niederlegen.

Frieden beginnt in jedem von uns selbst. Mit Freundlichkeit und Mitgefühl. Und ohne Hass.
 
 
 

Mittwoch, 14. Juli 2021

Buchvorstellung: Bettboy Liebe & Feenstaub von Maine Lobster

Intelligenter Humor verbindet Science Fiction und Historie - keine Ahnung, wie dieses Genre heißt, das Maine Lobster alias Louise Bourbon ganz neu erfunden hat, aber es ist toll! Und ich bin überhaupt kein SciFi-Fan sonst. Okay, Star Wars geht. ;) 

Was für ein unglaubliches Abenteuer, und zwar nicht nur für den Protagonisten, sondern auch für die Leserschaft! Hier nun meine Rezension: 

Ich musste beim Lesen mehrmals herzlich lachen und war jedes Mal froh, den Tipp der Autorin verworfen zu haben, unbedingt vorher frische Brioches zuzubereiten und beim Lesen zu essen. Ich hätte mich gnadenlos an den frischen, noch ofenwarmen Krümeln verschluckt. Mehrmals! Auf jeder Seite!

Schon jetzt sehe ich dieses unglaublich witzige, intelligente Werk von Monty Python höchstpersönlich verfilmt. Oh. Mein. Gott!

Der Leser, der nicht im mindesten ahnen kann, was ihn hier erwartet - und das meine ich absolut positiv -, wird Zeuge einer Liebesgeschichte, die ihn durchs ganze Weltall führt. Doch nicht nur das! Sogar spektakuläre Zeitreisen wird er erleben! Er erfährt endlich die Wahrheit über den Sonnenkönig und seine Sonnenkönigin und darüber hinaus, wo er noch viel mehr darüber erfahren kann!

Auch in der Unterwelt der griechischen Mythologie muss der Held, der zwar sehr reich, aber ein bisschen einfach gestrickt ist, beweisen, dass er zu viel mehr fähig ist, um die Liebe seines Lebens retten zu können. Er bekommt zum Glück viel prominente Hilfe und muss sich zudem an die richtige Reihenfolge, vorgegeben durch den Autor, halten.

Das Buch hat keine 300 Seiten, aber wenn man damit durch ist, hat man einen Ritt hinter sich, der mit Witz, absolut wundervollem Schreibstil, Historienkenntnis, dem ultimativen Brioche-Rezept und einfach viel unbändiger, alberner Freude nach Mehr schreit! Außerdem sind hier jede Menge tolle EasterEggs versteckt. Wer weiß, ob ich beim ersten Mal schon alle gefunden habe.

Wow, echt, ich glaube, ich muss es gleich nochmal lesen! 

Dieses Buch ist wirklich etwas ganz besonders! Danke mit Knicks!


Montag, 21. Juni 2021

Buchvorstellung zu "Mit Lampenfieber und Musik" von Heike Sonn

Eine chaotische Flucht vor dem Glück
 
Es ist Sonntag. Während ich hier auf meinem schattigen Balkon sitze und den Amseln bei ihrem Gesang lausche, schreibe ich die Rezension zu Heike Sonns Roman, den ich letzte Nacht zu Ende gelesen habe.

Gottseidank und leider zugleich. Gottseidank, weil ich manchmal nicht fassen konnte, dass  die Hauptperson Tessa immer und immer wieder die Flucht vor dem Leben ergriff. Und leider, weil ich Tessa und die musikalische Großfamilie um Inga, Sara, Ben und all die anderen nicht einfach so mit dem Beenden des Buches weglegen kann und will.

Aber von vorn: Tessa hilft den Brüdern Ben und Andy, Mitglieder einer Band, bei der Flucht vor kreischenden Fans. Noch am gleichen Abend sehen sie sich wieder, weil die beiden schon wieder ihre Hilfe - diesmal in Form einer Übernachtung - benötigen.

Die Brüder schleifen Tessa am nächsten Tag mit zu ihrer Großfamilie, die sich in der Musikwelt als "Die Tyscons" einen Namen gemacht hat. Bei ihnen wird dringend eine Kinderfrau benötigt. Aber nicht alle sind so begeistert wie Ben und Andy. Inga, große Schwester und Oberhaupt der Familienband, lehnt ihre Hilfe ab, sieht in Tessa nur eine Bedrohung, die sich in die berühmte Familie einschleichen will. Auch Simon, der ständig auf Konfrontationskurs mit ihr ist und seine Abneigung gegen sie offen zeigt, ist ein harter Brocken.

Aber da ist auch die stille Sara, die Tessa sofort in ihr Herz schließt und die für sie noch ganz besonders wichtig werden wird. Tessa hat einen Draht zu den Kindern, auch zu Ingas kleinem Sohn. Eigentlich wollte sie mal Erzieherin werden, doch daraus wurde nichts. Trotz all den widersprüchlichen Meinungen wird sie bald ein unverzichtbarer Teil der Familie und des Haushalts.

Wären da nicht all jene Dinge, die Tessa ständig aus der Bahn werfen. Ihr Exmann zum Beispiel, ein absolutes Scheusal, aber Liebling ihrer Mutter, welche dauernd ungefragt auftaucht und Tessa unmöglich behandelt. Oder die Nachbarin Frau Twachtmann - meine Güte - da muss man schon Nerven haben!

Und dann ist da noch Tessas Ring. Der mit dem verschlüsselten Schwur, den sich Tessa selbst und für immer auferlegt hat und der sie ständig zurückwirft und einengt. Aber das bemerkt sie nicht. Andere Dinge will sie nicht bemerken, Bens Blicke zum Beispiel.

Dieser Roman geht tiefer, als der Titel zunächst vermuten lässt. Tessa ist eine zutiefst verletzte und unsichere Frau, die von früheren Erlebnissen und neuen Gefühlen hin- und her geschüttelt wird. Man möchte sie abwechselnd in den Arm nehmen, schütteln, sie anschreien, in ihr Glück schubsen oder ihre Hand halten. All diese Aufgaben hat im Buch das Mädchen Sara übernommen, eine starke kleine Persönlichkeit, die über sich hinauswächst. 

Wenn es mal einen zweiten Teil geben sollte, werde ich ihn auf jeden Fall lesen. Allerdings hoffe ich, dass Tessa dann nicht mehr ständig davonläuft, wenn das Glück an ihre Tür klopft. Wie sagte jemand über Tessa: "Wenn ich einen Schritt auf sie zugehe, weicht sie drei zurück." Ja, dieser Satz fasst perfekt zusammen, was ich beim Lesen die ganze Zeit gedacht habe. 

Der Schreibstil der Autorin hat mich ebenfalls sehr überzeugt. Jeder Satz ist wohldurchdacht, bei einigen Formulierungen dachte ich: "Och wie schön!" Das Lesen hat mir viel Freude bereitet und ich bin schon jetzt gespannt auf mehr!

Heike, wann gibt's mehr von dir zu lesen? 

Montag, 14. Juni 2021

Buchvorstellung zu "Das Geheimnis der Untoten" von Mike Gorden

Ein dubioser Mordfall auf der bretonischen Insel verknüpft die Vergangenheit und die Gegenwart, wirbelt einen Entspannungsurlaub durcheinander und macht einen Streuner glücklich.

Wieder einmal durfte ich literarisch in die Bretagne reisen, und zwar diesmal auf die Île de Batz, die zum Departement Finistère gehört.
 
Der Roman "Das Geheimnis der Untoten" von Mike Gorden beginnt mit einer ausführlichen und bildhaften Beschreibung der Gegend und des Klimas, worüber ich mich sehr gefreut habe. Fast konnte ich die raue Seeluft spüren. Auch die Bewohner der Insel, natürlich waschechte Bretonen, sind sehr anschaulich beschrieben. Ja, sie sind brummig, bleiben gern unter sich, reden bretonisch, wenn sie sich mit dir nicht unterhalten wollen, aber sie sind auch grundehrlich, anständig und - wenn sie dich mögen - sehr gastfreundlich.
 
Das haben auch Mike und Maurice, die beiden Hauptpersonen, zu spüren bekommen. Sie sind ein Paar, auch wenn der etwas stoffelige Maurice die Beziehung gern herunterspielt. Dennoch spürt man an vielen Kleinigkeiten, dass ihm trotzdem etwas an Mike liegt, auch wenn er es nicht zugeben würde. Die beiden wollen auf der Insel zwei Wochen Urlaub machen und haben sich in der alten Mühle eingemietet. Doch es dauert nicht lange und ihr Urlaub wird ziemlich turbulent. Im Schlangenloch wird eine Leiche gefunden, ein Koffer verschwindet und taucht wieder auf, irgendwer verschafft sich ständig Zutritt zur Mühle.

Mike und Maurice nutzen ihre guten Verbindungen zum Festland, um auf eigene Faust Nachforschungen zu dem ungeklärten Mord anzustellen. Sehr zum Ärger des hierher beorderten Kriminalkommissars, der ganz offensichtlich weder Schwule noch Insulaner noch die bretonische Küche mag und den Fall so schnell wie möglich abschließen will.

Mike liebt die Vielfalt der Meeresfrüchte und Fische hier, denn er kann sich beim Einkaufen und Kochen kaum zurückhalten. Manchmal habe ich mich gefragt, wie die beiden das alles schaffen wollen. Zum Glück gesellt sich schon bald ein Dritter zu ihnen, nämlich Streuner. Der Hund ist auf der ganzen Insel zuhause, aber bei Mike und vor allem bei Maurice scheint er sich besonders wohlzufühlen. Maurice' spröde Ablehnung schlägt schnell in heimliche Sympathie um. Streuner jedenfalls freut sich über den ständig gefüllten Napf und hilft tatkräftig bei der Aufklärung des Falles mit.

Auf der Insel hört man immer mal wieder vom "Club der Untoten", doch niemand will darüber reden. Der in der Bucht gefundene Tote scheint jedoch irgendetwas damit zu tun zu haben.
Die Geschichte spielt abwechselnd im Heute und in den letzten Jahren des zweiten Weltkrieges, als die Deutschen die Insel besetzt hatten und die Mitglieder der Resistance um die Freiheit ihres Volkes kämpften. Beide Erzählstränge sind sehr interessant, der Rückblick in die Kriegszeit jedoch teilweise sehr erschütternd. Die Verbindung zwischen den Erzählsträngen liegt im Mühlturm verborgen.

Zur Erzählweise: Etwas ungewöhnlich ist hier, dass Mike Gorden die alte Rechtschreibung verwendet. Ungewöhnlich, aber nicht unangenehm. Wenn man viele Bücher aus dem vorigen Jahrhundert liest, ist das Auge noch an "daß" statt "dass" gewöhnt oder gewöhnt sich schnell wieder daran.
Der Autor erzählt sehr bildhaft, nutzt gern Vergleiche, die mal lyrisch, mal pompös anmuten. Ich persönlich finde das interessant und abwechslungsreich, denn es unterscheidet sich von der einfachen Büchersprache, die man heutzutage oft liest.

Da dieser Krimi nur ein Teil von dreien ist, in denen Mike und Maurice mitspielen, ist es natürlich spannend zu wissen, wie es ihnen vorher erging. Wie sie sich kennengelernt haben, wie sie ticken, was sie sonst so machen, wenn sie nicht gerade im Urlaub einen Mord aufklären. Auch wenn ich die anderen Teile noch nicht kenne, hatte ich trotzdem ein gutes Bild zu den beiden und zu ihrer Beziehung zueinander. Sie ist nicht super romantisch, manchmal etwas rau, aber sie hat eine ruhige, sichere Basis.

Ich danke dem Autor, dass ich die E-Book-Version im Rahmen der lovelybooks-Leserunde lesen durfte.

Mittwoch, 2. Juni 2021

Gruseln für den guten Zweck - mit der neuen Sternzeit-Anthologie

"Noch eine Anthologie?", höre ich da den einen oder anderen sagen. Aber hey: Diese Kurzgeschichtensammlung ist etwas ganz Besonderes. 

Schau dir dieses Buch nur mal an!

Der Tiger springt dir beinahe entgegen. Du hast gar keine andere Möglichkeit, als nach dem Buch zu greifen, stimmts?

Der Umschlag des Taschenbuches fühlt sich samtig an, irgendwie lebendig. Vielleicht liegt das an dem, was drin steckt?

Denn diese 28 Geschichten und Gedichte werden dich nicht sanft in den Schlaf lullen. Nein, sie werden dir den Schlaf rauben, sie werden dich zittern lassen!

Du wirst dreimal kontrollieren, ob du deine Haustür abgeschlossen hast, wirst deine Kellertür verbarrikadieren, eine Eisenpfanne unter dem Kopfkissen verstecken, die Jalousien herunterlassen und deine Decke über den Kopf ziehen, bevor du das Buch aufschlägst und im Schein der Taschenlampe zu lesen beginnst ... Wie gesagt, die Anthologie hat es in sich.

Was uns Autoren dazu bewogen hat, mitten im Sommer Gruselgeschichten zu veröffentlichen?

Das war die gemeinsame Freude am Schreiben, das Abenteuer, das dieses Genre uns eröffnet hat. Gruselgeschichten offenbaren unsere größten Ängste, aber auch fast immer eine Lösung dazu. Sie sind eine Flucht aus der realen Welt, beflügeln die Fantasie, lassen das Herz höher schlagen und uns sanft wieder auf dem Boden der Realität landen.

Haben wir nicht schon als Kinder gern Schauergeschichten erzählt und gehört? Die Gänsehaut genossen, die uns über den Rücken gekrochen ist? Und dabei geflüstert und das große Licht ausgeschaltet, um die knisternde Spannung bis zur Unerträglichkeit zu erhöhen?

Genau deshalb sind diese Geschichten entstanden. Von Anfang an war uns dabei klar, dass wir den Erlös spenden werden. Und zwar für Kinder.

Schon in der letzten Anthologie haben wir den Verein Viel Farbe im Grau e.V. unterstützt. Die lieben Menschen dort sorgen unter anderem dafür, dass schwerkranke Kinder sich einen ihrer größten Wünsche erfüllen können, zum Beispiel eine Reise ans Meer oder einen Flug mit dem Helikopter.

Wir als AutorInnen der Facebook-Gruppe "Autoren-Sternzeit" sind stolz darauf, dass wir mit dazu beitragen können, die Wünsche dieser Kinder zu erfüllen und ihnen und ihren Familien ein paar glückliche Momente schenken zu können.

Und womit könnten wir das besser als mit unseren Geschichten?

Wenn ich dich jetzt neugierig gemacht habe, dann musst du nur noch auf den Link im nächsten Satz klicken. Das Buch ist erhältlich als Taschenbuch und als eBook bei Amazon.

Dich erwarten fast 400 Seiten Spannung und Gänsehaut, unter anderem auch meine Geschichte "Pfotenwandler".

Gruselige Grüße,

Marlene



Montag, 17. Mai 2021

Buchrezension zu "Lavendel-Fluch" von Carine Bernard

Eine Leiche im Weinberg, ein alter Kaufvertrag, ein verschwundenes Château - als ich das las, wusste ich: Dieses Buch muss ich haben!

Durch einen glücklichen Zufall erhielt ich das Buch für meinen Blog als Rezensionsexemplar. Verregnete Wochenenden sind übrigens perfekt zum Schmökern geeignet. 😊



Ich fange mal bei Titel und Cover an: Beides hat mich sofort gepackt! Wer mich kennt, weiß, dass ich Lavendel liebe und alles, was mit ihm zu tun hat. Da mein Herz außerdem für Krimis und Frankreich schlägt, musste ich dieses Buch einfach lesen! Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Klappentext versprach schon Spannung pur, wobei mich hier beinahe mehr das Geheimfach des antiken Schreibtisches interessiert hat als die Leiche im Weinberg.

In der Geschichte begleiten wir die angehende Commissaire Lilou, die sich mit ihrem Freund gerade bei einem romantischen Picknick vom letzten größeren Fall erholen will, als sie schon zum nächsten Tatort gerufen wird.

Lilou wird von dem einen oder anderen Kollegen noch nicht so ernst genommen, aber ihr Vorgesetzter vertraut ihr und drückt auch mal ein Auge zu, wenn sie im Alleingang Dinge in Erfahrung bringt. Mehr als einmal begibt sie sich dabei in Gefahr. Ab der zweiten Hälfte konnte ich vor Spannung das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Parallel zum Mordfall im Weinberg entdecken sie und ihre Freundin Claire im Geheimfach eines alten Schreibtisches einen Kaufvertrag über ein Château aus dem Jahr 1933. Bei der Suche nach dem offenbar verschwundenen Château Madeleine werden immer mehr Geheimnisse offenbart, die mit der Leiche aus dem Weinberg zusammenhängen und wohl auch mit einem tödlichen Unfall.

Sehr positiv ist mir die Schreibweise der Autorin aufgefallen. Die Sätze hatten eine gewisse Persönlichkeit, waren auch mal ein bisschen länger und nicht so glattgebügelt und einfach, wie das heute leider viel zu oft vorkommt. Manche Sätze habe ich direkt zweimal gelesen, weil sie mir so gut gefallen haben.

Anfangs habe ich ein wenig gebraucht, um in die Geschichte hineinzukommen, was zum Teil an den vielen Personen lag, die erst einmal eingeordnet und abgespeichert werden mussten. Die Akteure waren allesamt sehr anschaulich dargestellt, so dass ich immer ein Bild dazu hatte. Auch die Gegend um Carpentras und überhaupt die Provence mit ihren Lavendelfeldern wurden schön beschrieben, aber ich persönlich hätte gern noch mehr davon gehabt – das liegt aber sicher am Fernweh und nicht am Roman.

Sehr gut hat mir gefallen, wie die Arbeit von Mordkommission und Staatsanwaltschaft beschrieben wurde. Man merkt, dass die Autorin hier gut recherchiert hat.

Noch ein Detail, was ich sehr sympathisch fand: Im Buch gibt es einen Hund namens Raffut, über dessen Erscheinen ich mich jedes Mal wieder gefreut habe. So einen aufmerksamen, verrückten und freundlichen Kerl habe ich nämlich auch hier.

Ich danke der Autorin Carine Bernard und dem Verlag Droemer Knaur, dass sie mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben!

Montag, 5. April 2021

Buchrezension zu "Lavendeltage in der Auberge de Lilly" von Marion Stieglitz

Ich hatte euch vor ein paar Tagen ja erzählt, dass ich im Zuge der lovelybooks-Leserunde zum neuen Buch von Marion Stieglitz ein Rezensionsexemplar gewonnen habe. Als Lavendelliebhaberin war das wie ein Ostergeschenk für mich. Und ich wurde nicht enttäuscht. Das einzig Enttäuschende war, dass das Buch irgendwann zu Ende war. 

Hier nun meine Rezension:

 


Wie ein kleiner Urlaub

Der Roman „Lavendeltage in der Auberge de Lilly“ kam für mich genau richtig, denn ich brauchte gerade eine kleine Auszeit vom Alltag. Vom ersten Kapitel an war ich stets an Helens Seite, habe mit ihr die hübschen kleinen Orte besucht, neben ihr am Tisch in der Auberge gesessen und sie natürlich auch in den traumhaften Lavendelladen in Bédoin begleitet.

Die Autorin Marion Stieglitz hat die Schauplätze so anschaulich beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, selbst dort zu sein. Auch die Personen hat sie sehr liebevoll beschrieben.

Helen, die Hauptperson, ist in Karlsruhe gerade mit ihrem Café gescheitert und versucht sich eine neue Existenz aufzubauen. Der Auftrag einer Großkantine muss in ein paar Tagen vorgestellt werden. Deshalb hat sie eigentlich überhaupt keine Zeit, jetzt mit ihrem Freund Leo und dessen klapprigem VW-Bus einen Kurztrip in die Provence zu unternehmen. Außerdem liegt ihr ständig ihre Schwester Nadine im Ohr und hat jeden Tag neue Vorschläge für ihr Kantinenkonzept.

Als der VW-Bus in der Nähe von Pivette den Geist aufgibt, kommen die beiden in der Auberge de Lilly unter. In den wenigen Tagen ihres Aufenthalts gerät Helens Leben völlig aus den Fugen und sie zweifelt an sich selbst, an ihrer Beziehung zu Leo und ihrer beruflichen Zukunft. In ihrer Zerrissenheit trifft sie auf den Pariser Marcel Perrin, einen landesweit bekannten Gastronomen, der überaus attraktiv ist und außerdem einen neuen Besitzer für seinen Lavendelladen sucht. Ob das ein Wink mit dem Schicksal ist?

In all dem Gefühlschaos lernt Helen ein paar außergewöhnliche Menschen kennen. Da ist zum einen Marianne, eine ältere Dame, zu der sich in kürzester Zeit eine schöne Freundschaft entwickelt; zum anderen sind da die beiden Reikimeister Sunita und Hari, die Helen und Leo seltsame Tagesaufgaben stellen, mit denen Helen zunächst nichts anfangen kann und will.

Diese Geschichte ist für Helen eine Reise zu sich selbst und für die Leser eine Reise in die Provence. Zwischen Lavendel, Rosmarin und Coco Chanel lässt sich so wunderbar der Alltag vergessen, der uns im Moment alle zu Hause hält. Also am besten ein Lavendelsäckchen aufs Kopfkissen gelegt, das Buch geschnappt und sich in den Urlaub gelesen.


Für alle Colliens, Giseles und Karlas dieser Welt

  Starke Frauen – jetzt erst recht! 💜 Auf Instagram habe ich im März – dem Monat, an dem der Internationale Frauentag gefeiert wird – imme...