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Mittwoch, 14. Juli 2021

Buchvorstellung: Bettboy Liebe & Feenstaub von Maine Lobster

Intelligenter Humor verbindet Science Fiction und Historie - keine Ahnung, wie dieses Genre heißt, das Maine Lobster alias Louise Bourbon ganz neu erfunden hat, aber es ist toll! Und ich bin überhaupt kein SciFi-Fan sonst. Okay, Star Wars geht. ;) 

Was für ein unglaubliches Abenteuer, und zwar nicht nur für den Protagonisten, sondern auch für die Leserschaft! Hier nun meine Rezension: 

Ich musste beim Lesen mehrmals herzlich lachen und war jedes Mal froh, den Tipp der Autorin verworfen zu haben, unbedingt vorher frische Brioches zuzubereiten und beim Lesen zu essen. Ich hätte mich gnadenlos an den frischen, noch ofenwarmen Krümeln verschluckt. Mehrmals! Auf jeder Seite!

Schon jetzt sehe ich dieses unglaublich witzige, intelligente Werk von Monty Python höchstpersönlich verfilmt. Oh. Mein. Gott!

Der Leser, der nicht im mindesten ahnen kann, was ihn hier erwartet - und das meine ich absolut positiv -, wird Zeuge einer Liebesgeschichte, die ihn durchs ganze Weltall führt. Doch nicht nur das! Sogar spektakuläre Zeitreisen wird er erleben! Er erfährt endlich die Wahrheit über den Sonnenkönig und seine Sonnenkönigin und darüber hinaus, wo er noch viel mehr darüber erfahren kann!

Auch in der Unterwelt der griechischen Mythologie muss der Held, der zwar sehr reich, aber ein bisschen einfach gestrickt ist, beweisen, dass er zu viel mehr fähig ist, um die Liebe seines Lebens retten zu können. Er bekommt zum Glück viel prominente Hilfe und muss sich zudem an die richtige Reihenfolge, vorgegeben durch den Autor, halten.

Das Buch hat keine 300 Seiten, aber wenn man damit durch ist, hat man einen Ritt hinter sich, der mit Witz, absolut wundervollem Schreibstil, Historienkenntnis, dem ultimativen Brioche-Rezept und einfach viel unbändiger, alberner Freude nach Mehr schreit! Außerdem sind hier jede Menge tolle EasterEggs versteckt. Wer weiß, ob ich beim ersten Mal schon alle gefunden habe.

Wow, echt, ich glaube, ich muss es gleich nochmal lesen! 

Dieses Buch ist wirklich etwas ganz besonders! Danke mit Knicks!


Montag, 21. Juni 2021

Buchvorstellung zu "Mit Lampenfieber und Musik" von Heike Sonn

Eine chaotische Flucht vor dem Glück
 
Es ist Sonntag. Während ich hier auf meinem schattigen Balkon sitze und den Amseln bei ihrem Gesang lausche, schreibe ich die Rezension zu Heike Sonns Roman, den ich letzte Nacht zu Ende gelesen habe.

Gottseidank und leider zugleich. Gottseidank, weil ich manchmal nicht fassen konnte, dass  die Hauptperson Tessa immer und immer wieder die Flucht vor dem Leben ergriff. Und leider, weil ich Tessa und die musikalische Großfamilie um Inga, Sara, Ben und all die anderen nicht einfach so mit dem Beenden des Buches weglegen kann und will.

Aber von vorn: Tessa hilft den Brüdern Ben und Andy, Mitglieder einer Band, bei der Flucht vor kreischenden Fans. Noch am gleichen Abend sehen sie sich wieder, weil die beiden schon wieder ihre Hilfe - diesmal in Form einer Übernachtung - benötigen.

Die Brüder schleifen Tessa am nächsten Tag mit zu ihrer Großfamilie, die sich in der Musikwelt als "Die Tyscons" einen Namen gemacht hat. Bei ihnen wird dringend eine Kinderfrau benötigt. Aber nicht alle sind so begeistert wie Ben und Andy. Inga, große Schwester und Oberhaupt der Familienband, lehnt ihre Hilfe ab, sieht in Tessa nur eine Bedrohung, die sich in die berühmte Familie einschleichen will. Auch Simon, der ständig auf Konfrontationskurs mit ihr ist und seine Abneigung gegen sie offen zeigt, ist ein harter Brocken.

Aber da ist auch die stille Sara, die Tessa sofort in ihr Herz schließt und die für sie noch ganz besonders wichtig werden wird. Tessa hat einen Draht zu den Kindern, auch zu Ingas kleinem Sohn. Eigentlich wollte sie mal Erzieherin werden, doch daraus wurde nichts. Trotz all den widersprüchlichen Meinungen wird sie bald ein unverzichtbarer Teil der Familie und des Haushalts.

Wären da nicht all jene Dinge, die Tessa ständig aus der Bahn werfen. Ihr Exmann zum Beispiel, ein absolutes Scheusal, aber Liebling ihrer Mutter, welche dauernd ungefragt auftaucht und Tessa unmöglich behandelt. Oder die Nachbarin Frau Twachtmann - meine Güte - da muss man schon Nerven haben!

Und dann ist da noch Tessas Ring. Der mit dem verschlüsselten Schwur, den sich Tessa selbst und für immer auferlegt hat und der sie ständig zurückwirft und einengt. Aber das bemerkt sie nicht. Andere Dinge will sie nicht bemerken, Bens Blicke zum Beispiel.

Dieser Roman geht tiefer, als der Titel zunächst vermuten lässt. Tessa ist eine zutiefst verletzte und unsichere Frau, die von früheren Erlebnissen und neuen Gefühlen hin- und her geschüttelt wird. Man möchte sie abwechselnd in den Arm nehmen, schütteln, sie anschreien, in ihr Glück schubsen oder ihre Hand halten. All diese Aufgaben hat im Buch das Mädchen Sara übernommen, eine starke kleine Persönlichkeit, die über sich hinauswächst. 

Wenn es mal einen zweiten Teil geben sollte, werde ich ihn auf jeden Fall lesen. Allerdings hoffe ich, dass Tessa dann nicht mehr ständig davonläuft, wenn das Glück an ihre Tür klopft. Wie sagte jemand über Tessa: "Wenn ich einen Schritt auf sie zugehe, weicht sie drei zurück." Ja, dieser Satz fasst perfekt zusammen, was ich beim Lesen die ganze Zeit gedacht habe. 

Der Schreibstil der Autorin hat mich ebenfalls sehr überzeugt. Jeder Satz ist wohldurchdacht, bei einigen Formulierungen dachte ich: "Och wie schön!" Das Lesen hat mir viel Freude bereitet und ich bin schon jetzt gespannt auf mehr!

Heike, wann gibt's mehr von dir zu lesen? 

Freitag, 5. Februar 2021

Freitagspoesie: "Nach dem Sturm" von Annelie Gerhard

Es gibt Gedichte, die treffen mich beim Lesen direkt ins Herz. Ich finde, Poesie hat immer etwas mit Gefühlen zu tun. So wenige Zeilen, die es schaffen, so viel auszudrücken - das ist wirklich Kunst. Ich bewundere Menschen, die das schaffen. Die dafür sorgen, dass du denkst: "Genau so ist es!" Die dich mit ihren Gedichten mitnehmen können und von Trauer über Mitgefühl, Entsetzen, Erleichterung oder Liebe alles in dir auslösen können.


Genauso erging es mir, als ich "Nach dem Sturm" zum ersten Mal gelesen habe. Meine liebe Autorenfreundin Annelie Gerhard hat es verfasst, als ihr ein riesiger Stein vom Herzen gefallen war. Noch während ich das Gedicht las, wusste ich, was sich in ihrem Leben gerade zum Positiven gewendet hatte, obwohl wir da noch nicht miteinander gesprochen hatten.

Jedes Wort, jede Zeile, die gesamte Komposition könnte ich immer wieder lesen. Einfach wundervoll. Aber lest selbst:



NACH DEM STURM

Wenn der Sturm sich gelegt,
Sich kein Halm mehr bewegt,
Wenn die Nacht ist vorbei
Und der Tag wieder frei,
Wenn die Luft endlich klar,
Wie sie's lang' nicht mehr war,
Wenn sie kraftvoll und rein,
Geh' ich raus, atme ein.
Fühl‘ die Welt um mich leicht,
Und die Zeit, die verstreicht,
Mich bestärkt und belebt,
Neue Wege anstrebt.

(c) Annelie Gerhard, 21.01.2021

Mittwoch, 27. Januar 2021

Buchvorstellung: Der Mann, der zu spät kam: Der letzte Vorhang

Das Buch "Der Mann, der zu spät kam: Der letzte Vorhang" habe ich wirklich mit Genuss gelesen. Es handelt sich um einen Thriller aus der Feder von J. M. Holland, den ich in einer Autorengruppe kennen- und schätzen gelernt habe.

Hollands Schreibstil ist klar, sehr gut lesbar und nach meiner Meinung fast perfekt. Jedes Wort gehört an seinen Platz, in jedem Satz steckt eine Aussage. Beim Lesen war ich vom ersten bis zum letzten Wort ganz nah am Geschehen. 

Zum Inhalt:

Mitten in der Vorstellung in einem alten Berliner Theater wird ein Schauspieler erschossen. Kommissar Nicke muss diesen vertrackten Fall, bei dem es keine Augenzeugen und keinerlei Hinweise gibt, aufklären.

Der Taxifahrer Barnie, der noch immer von seiner aktiven Theaterzeit träumt und das Theater so gut kennt wie kaum ein anderer, darf seinem alten Freund Nicke helfen, den Mord aufzuklären. Doch beide behalten zunächst einige Informationen für sich. Hat Barnie womöglich den mutmaßlichen Mörder als Fahrgast zum Theater transportiert, ohne es zu wissen? 

Das Finale dieses Thrillers, der ohne Brutalität und Blutvergießen auskommt, ist überraschend. Ich als Leserin habe die ganze Zeit Hinweise bekommen, aber durch den geschickt geknüpften Handlungsablauf falsch interpretiert. So mag ich das! Es gibt in einem Krimi oder Thriller, bei dem der Täter gesucht wird, ja nichts Schlimmeres, als wenn man in der Mitte der Geschichte schon weiß, wer es ist. Trotzdem möchte man natürlich seinen Teil zur Lösung des Falles beitragen und ahnen, dass man schon ganz dicht dran ist! Das ist dem Autor hier wirklich gut gelungen - das "Ach!" am Ende war ein großes "Ach!".

Beim Lesen wurde deutlich, wie gut sich der Autor in der Theaterwelt auskennt. Beinahe habe ich die Bühnenbretter knarren und die Vorhänge rascheln gehört. Ich wurde hier sehr gut mitgenommen und im Theater herumgeführt, auch hinter der Bühne. Das Berliner Viertel, in dem das Theater steht, wurde mir im Laufe der Geschichte ebenfalls sehr vertraut. 

Dazu muss ich sagen, dass ich noch nicht viele Romane gelesen habe, in dem das "Berlinern" so natürlich und echt wiedergegeben wurde wie hier. Mir sind schon mehrere Geschichten untergekommen, in denen der Dialekt total übertrieben oder einfach falsch aufgeschrieben wurde. Dialekt in Schriftform ist natürlich schwierig und nicht jeder, der darüber schreibt, ist auch ein waschechter Berliner, Kölner oder Ostfriese. Aber wenn man Mundart schreibt, sollte man entweder den Dialekt selbst beherrschen (so wie hier) oder sich jemanden suchen, der das auch in Schriftform kann. Das ist natürlich nur meine Meinung, aber mich persönlich schreckt es ab, wenn ein Dialekt - egal welcher - falsch wiedergegeben wird.

Fazit: Handlungsaufbau, Flair, Figuren, Spannung und Schreibstil haben mich vollends überzeugt.



Mittwoch, 18. November 2020

Weihnachtliche Kurzgeschichten für einen guten Zweck

 

Ich freue mich, dass ich heute eine ganz besondere Geschichtensammlung vorstellen darf. 

24 Autoren der Facebook-Gruppe "Autoren_Netzwerk" haben im vergangenen Frühjahr bei unwinterlichen Geschichten rund um Weihnachten verfasst. Geschichten zum Lachen und Weinen, zum Träumen und Nachdenken. Für jeden Tag im Advent eine zauberhafte Geschichte - also ein ganz besonderer Adventskalender. 

Dieses Buch passt perfekt unter den Weihnachtsbaum, schließlich heißt es ja auch so: 

"Geschichten unterm Tannenbaum".

Ganz besonders stolz bin ich, dass auch meine Geschichte "Kamingespräche" für diese Anthologie ausgewählt wurde.

Wir Autoren haben bei dieser Anthologie auf unsere Tantiemen verzichtet. Den Betrag, der dadurch zustande kommt, spenden wir der Organisation "Brot & Bücher e. V." (https://brotundbuecher.de/)

Das Buch könnt Ihr überall dort bestellen, wo es Bücher gibt. Solltet Ihr aus dem Kasseler Umland kommen, könnt Ihr das Buch gerne direkt bei Schreibwaren Schmidt in Bad Emstal oder in der Buchhandlung Mander in Wolfhagen erwerben. 

ISBN: 978-3946762478, Herausgeber: telegonos-publishing, Preis: 13,90 EUR

... oder als Kindle-Ausgabe: https://www.amazon.de/Geschichten-unterm-Tannenbaum-telegonos-publishing-ebook/dp/B08MLJQWDY/ref=tmm_kin_swatch_0?_encoding=UTF8&qid=&sr=



Donnerstag, 24. September 2020

Buchvorstellung "Daddy: Weltbürger wider Willen"

Vor ein paar Wochen habe ich das Buch "Daddy: Weltbürger wider Willen" von meiner lieben befreundeten Autorin Nina Pfeffer Câmara gelesen.

Mich erstaunt immer wieder, wie viel ein Mensch erleben und verarbeiten kann, ohne daran kaputtzugehen. Die Geschichte handelt von Ninas Vater, der als Wanderschauspieler mit jüdischer Abstammung im Dritten Reich eigentlich ständig auf der Flucht gewesen war, bis er es irgendwann mit einem der letzten sicheren Schiffe nach Brasilien geschafft hatte, um sich dort mit seiner kleinen Familie ein neues Leben aufzubauen.

Die Geschichte hat mich sehr berührt und ich finde es toll, dass Nina die Aufzeichnungen ihres Vaters genommen, überarbeitet und veröffentlicht hat.

Solche Schicksale dürfen nicht vergessen werden, sie sollten meiner Meinung nach schon in der Schule besprochen werden. Was in den Weltkriegen geschehen ist, darf sich nicht wiederholen, doch gerade heute, wo Nächstenliebe und Miteinander nicht mehr so selbstverständlich sind, muss daran erinnert werden, wie wichtig Frieden ist!



Klappentext:

Schnell muss der junge Wanderschauspieler George M. Pfeffer erkennen, dass seine jüdische Abstammung ihm im III. Reich das Leben kosten kann, trotz seiner Taufe und christlich katholischer Erziehung. Die beste Tarnung bietet ihm das Theater, denn das Bühnenleben zwingt ihn und seine Familie nie länger als wenige Tage an einem Ort zu verweilen. Ein Trumpf, den nicht viele haben, auch wenn es für ihn einer Entwurzelung gleichkommt, stets alles hinter sich lassen zu müssen. Ungewollt, von den Wirren der Zeit getrieben, wird er zum Lebenskünstler – zu einem Wanderer wider Willen, geprägt von innerer Zerrissenheit, in ständiger Furcht, doch auch mit Mut und Stärke.
Eine ungewöhnliche jüdische Biographie und eine sehr persönliche Erzählung aus einer Zeit, die die ganze Welt erschütterte.

Für alle Colliens, Giseles und Karlas dieser Welt

  Starke Frauen – jetzt erst recht! 💜 Auf Instagram habe ich im März – dem Monat, an dem der Internationale Frauentag gefeiert wird – imme...