Posts

Buchvorstellung zu "Das Geheimnis der Untoten" von Mike Gorden

Bild
Ein dubioser Mordfall auf der bretonischen Insel verknüpft die Vergangenheit und die Gegenwart, wirbelt einen Entspannungsurlaub durcheinander und macht einen Streuner glücklich. Wieder einmal durfte ich literarisch in die Bretagne reisen, und zwar diesmal auf die Île de Batz, die zum Departement Finistère gehört.   Der Roman "Das Geheimnis der Untoten" von Mike Gorden beginnt mit einer ausführlichen und bildhaften Beschreibung der Gegend und des Klimas, worüber ich mich sehr gefreut habe. Fast konnte ich die raue Seeluft spüren. Auch die Bewohner der Insel, natürlich waschechte Bretonen, sind sehr anschaulich beschrieben. Ja, sie sind brummig, bleiben gern unter sich, reden bretonisch, wenn sie sich mit dir nicht unterhalten wollen, aber sie sind auch grundehrlich, anständig und - wenn sie dich mögen - sehr gastfreundlich.   Das haben auch Mike und Maurice, die beiden Hauptpersonen, zu spüren bekommen. Sie sind ein Paar, auch wenn der etwas stoffelige Maurice die Beziehung g

Gruseln für den guten Zweck - mit der neuen Sternzeit-Anthologie

Bild
"Noch eine Anthologie?", höre ich da den einen oder anderen sagen. Aber hey: Diese Kurzgeschichtensammlung ist etwas ganz Besonderes.                                                       Schau dir dieses Buch nur mal an!  Der Tiger springt dir beinahe entgegen. Du hast gar keine andere Möglichkeit, als nach dem Buch zu greifen, stimmts? Der Umschlag des Taschenbuches fühlt sich samtig an, irgendwie lebendig. Vielleicht liegt das an dem, was drin steckt? Denn diese 28 Geschichten und Gedichte werden dich nicht sanft in den Schlaf lullen. Nein, sie werden dir den Schlaf rauben, sie werden dich zittern lassen! Du wirst dreimal kontrollieren, ob du deine Haustür abgeschlossen hast, wirst deine Kellertür verbarrikadieren, eine Eisenpfanne unter dem Kopfkissen verstecken, die Jalousien herunterlassen und deine Decke über den Kopf ziehen, bevor du das Buch aufschlägst und im Schein der Taschenlampe zu lesen beginnst ... Wie gesagt, die Anthologie hat es in sich. Was uns Autoren daz

Buchrezension zu "Lavendel-Fluch" von Carine Bernard

Bild
Eine Leiche im Weinberg, ein alter Kaufvertrag, ein verschwundenes Château - als ich das las, wusste ich: Dieses Buch muss ich haben!  Durch einen glücklichen Zufall erhielt ich das Buch für meinen Blog als Rezensionsexemplar. Verregnete Wochenenden sind übrigens perfekt zum Schmökern geeignet. 😊  Ich fange mal bei Titel und Cover an: Beides hat mich sofort gepackt! Wer mich kennt, weiß, dass ich Lavendel liebe und alles, was mit ihm zu tun hat. Da mein Herz außerdem für Krimis und Frankreich schlägt, musste ich dieses Buch einfach lesen! Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Klappentext versprach schon Spannung pur, wobei mich hier beinahe mehr das Geheimfach des antiken Schreibtisches interessiert hat als die Leiche im Weinberg. In der Geschichte begleiten wir die angehende Commissaire Lilou, die sich mit ihrem Freund gerade bei einem romantischen Picknick vom letzten größeren Fall erholen will, als sie schon zum nächsten Tatort gerufen wird. Lilou wird von dem einen oder anderen

Buchrezension zu "Lavendeltage in der Auberge de Lilly" von Marion Stieglitz

Bild
 Ich hatte euch vor ein paar Tagen ja erzählt, dass ich im Zuge der lovelybooks-Leserunde zum neuen Buch von Marion Stieglitz ein Rezensionsexemplar gewonnen habe. Als Lavendelliebhaberin war das wie ein Ostergeschenk für mich. Und ich wurde nicht enttäuscht. Das einzig Enttäuschende war, dass das Buch irgendwann zu Ende war.  Hier nun meine Rezension:   Wie ein kleiner Urlaub Der Roman „Lavendeltage in der Auberge de Lilly“ kam für mich genau richtig, denn ich brauchte gerade eine kleine Auszeit vom Alltag. Vom ersten Kapitel an war ich stets an Helens Seite, habe mit ihr die hübschen kleinen Orte besucht, neben ihr am Tisch in der Auberge gesessen und sie natürlich auch in den traumhaften Lavendelladen in Bédoin begleitet. Die Autorin Marion Stieglitz hat die Schauplätze so anschaulich beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, selbst dort zu sein. Auch die Personen hat sie sehr liebevoll beschrieben. Helen, die Hauptperson, ist in Karlsruhe gerade mit ihrem Café gescheitert und v

Ode an die Hefe - eine Erinnerung

Bild
 Wisst ihr noch? Letztes Jahr etwa zur gleichen Zeit standen wir zum ersten Mal vor leeren Regalen im Supermarkt, auf der Suche nach Klopapier, Nudeln, Mehl und - genau: Hefe!  Die Supermarktlage hat sich zum Glück wieder normalisiert. In diesem Jahr habe ich aus Hefeteig kleine Osterkränze und -hasen für unsere Mitarbeiter gebacken. Aber dabei fiel mir meine kleine "Ode an die Hefe" vom letzten Jahr wieder ein. Und weil Ostern ist, schenke ich sie euch heute ein zweites Mal. Ich wünsche euch allen ein fröhliches, buntes, leckeres und sonniges Osterfest, Eure Marlene Ode an die Hefe So viele Jahre hast du unbeachtet und ungeliebt im Backregal gestanden. In hässlichen Tütchen, eingekeilt zwischen Backpulver und Vanillezucker. Überhaupt, dieses Backpulver. Hat es dich nicht immer hämisch angegrinst und sich schon in der Tüte aufgebläht? „Guck mal, wie locker ich bin! Und wie schnell ich den Teig fluffig mache. Nicht so anspruchsvoll wie du: Brauchst Wärme, aber nicht zu vie

Schokolade und Lavendel - ein Kurzkrimi

Bild
 Gestern gab es in einer Schreibgruppe die Aufforderung zu einer kleinen Fingerübung. Es sollte ein Minikrimi geschrieben werden. In meinem kleinen Krimi spielt - so ein Zufall - Lavendel ein Rolle. Also wenn ihr das nächste Mal den Duft von Lavendel wahrnehmt, passt ein bisschen auf euch auf!  Jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen! Kommissar Breitner saß in Tessas Küche und schaute ihr zu, wie sie die dickbraune Flüssigkeit in einen Becher füllte. Mit ihrer Kittelschürze erinnerte sie ihn an seine Mutter. Kakaoduft schwebte in Wolken durch die Küche und stimmte Breitner milde.  Dieser Fall machte ihn langsam kaputt. Vier Menschen waren verschwunden, allesamt Männer in seinem Alter, also Mitte fünfzig. Sie alle waren verheiratet, hatten einen Job und kamen aus dem gleichen Stadtteil. Das war aber auch schon alles an Gemeinsamkeiten. So ein Mist. Die Presse saß ihm im Nacken, genau wie der Polizeipräsident.  Also blieb ihm und seinen Kollegen nichts weiter übrig, als die Nachbarsc

Buchvorstellung: Die Macht der Akademie von Neal Skye

Bild
 Keine leichte Kost – spannender Krimi um einen schwedischen Geheimbund   Neal Skye hat hier ein Werk geschaffen, das es in sich hat. Hier ist beim Lesen in jedem Satz, in jedem Kapitel höchste Konzentration gefordert. Unglaublich viele Personen spielen eine Rolle. Was die Akademie ist, welche Rolle sie spielt und wer alles dazugehört, bekommt der Leser hier nur sehr langsam präsentiert. Erst ganz am Schluss weiß man, wer in diesem schwedischen Geheimbund, der mafiaähnliche Strukturen aufweist, welche Rolle spielt. Aus vielen einzelnen Fäden wird zum Ende ein logisches Netz gespannt, das Luft lässt für eventuelle Fortsetzungen der Reihe. Im Mittelpunkt stehen zwei Handlungsstränge. Zum einen wird in Schweden die junge Verlobte des erfolgreichen Unternehmers Gustavsson entführt und er wird erpresst. Zum anderen wird in Bremen eine junge Frau tot aufgefunden, die unter grausigen Umständen getötet wurde. Vor zehn Jahren fanden in Schweden sehr ähnliche Morde statt, die nie aufgekl